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WENN DIE SONNE STILL STEHT

Kepler, Galilei und der Himmel

 

FERNSEHDOKUMENTATION
DEUTSCH / INTERNATIONAL
High Definition 1080 50i, Stereo
Seitenverhältnis 16:9
Länge: 61 und 52 Minuten
Buch: Wolfgang Peschl / Christian Riehs

Regie: Wolfgang Peschl / Christian Riehs
Produktion: laufbildgesellschaft Wien

Coproduktionspartner:


ORF
BMUKK
LAUFBILDGESELLSCHAFT

 

Förderungen:


internationaler Verkauf:

ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK - ORF Program Sales

   

in der historischen Sternwarte des Stiftes Kremsmünster

 

Vor 400 Jahren öffnete Galileo Galilei mit einem Teleskop das Fenster zum Himmel. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine „Astronomia Nova“ und beschrieb damit unser Sonnensystem neu. In Erinnerung an diese Meilensteine der Wissenschaft erklärte die UNO 2009 zum „Jahr der Astronomie“.

 

GALILEO GALIEI
dargestellt von WOLFRAM BERGER
HD Kamera auf SKATER

 

Aus diesem Anlass erzählt das Regie-Duo Wolfgang Peschl & Christian Riehs in der Dokumentation „Wenn die Sonne still steht“ die kaum bekannte Geschichte der seltsamen Beziehung zwischen den beiden weltberühmten Wissenschaftlern: eine Parallelgeschichte von Bewunderung und Rivalität aus einer Zeit, die noch keine Trennung kannte zwischen Religion, Kunst und Wissenschaft.

 

JOHANNES KEPLER
dargestellt von JÖRG STELLING
Studioaufnahme

 

Kepler und Galilei: Jeder für sich ein Himmelsstürmer, während auf der Erde der 30jährige Krieg tobte. Der erhaltene Briefwechsel zwischen dem Protestanten Kepler und dem Katholiken Galilei begann in den 1590er Jahren und wurde 1610 abgebrochen. Basierend auf dieser Korrespondenz zeigt der Film die weltberühmten Gelehrten in all ihrer Menschlichkeit:  Waren ihre Handlungen ausschließlich von reiner Vernunft bestimmt, oder waren auch Eigensinn, Eitelkeit, Angst, Zaudern und Gier nach Ruhm und Ansehen mit im Spiel? Und Eifersucht auf den Erfolg des Anderen...


Wolfgang Peschl und Christian Riehs, die Gestalter bei Aussuchen von Dokumenten

 

Denn trotz aller Gemeinsamkeiten waren die Beiden in ihrer Persönlichkeit höchst unterschiedlich. Verdeutlicht wird das schon zu Beginn des Kontaktes, als Keplers „Mysterium Cosmographicum“ erschien: Kepler schickte ein Exemplar an den Kollegen aus Italien – der bis dahin nur als Physiker bekannt war – und war hoch erfreut über dessen höfliche Antwort, in der sich Galilei zur heliozentrischen (und damals höchst gefährlichen!) Lehre des Kopernikus bekannte. Kepler bestürmte neuen Freund voller Vorfreude auf einen zukünftigen regen Gedankenaustausch in der gemeinsamen Sache: „Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor. Wenn ich recht vermute gibt es unter den bedeutenden Mathematikern Europas wenige, die sich von uns scheiden wollen. So groß ist die Macht der Wahrheit.“ Doch zu Keplers großer Enttäuschung war Galileis Mut zum wissenschaftlichen Outing nicht sehr groß – noch nicht!


Aufnahmen im Museum der Universitätssternwarte Wien


Auch im weiteren Verlauf der Beziehung verhielt sich Galilei nicht immer kollegial. Kepler erfuhr sogar, dass Galilei einige Entdeckungen Keplers als seine eigenen ausgebe. Doch er meinte bloß: „Galilei halte ich mitnichten zurück, meine Sachen für sich in Anspruch zu nehmen. Meine Zeugen sind das helle Tageslicht und die Zeit. Wer auf diese Zeugen hört – die Gebildeten und Vernünftigen hören darauf –, der lässt sich nie täuschen.“
Hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied in der Persönlichkeit der beiden Wissenschaftler: Während Kepler nach Anerkennung für die Sache (also seine Entdeckungen) strebte, war Galilei als genialer Selbstvermarkter darauf bedacht persönliche Anerkennung und Ruhm zu erlangen und ließ sich gerne auf die eine oder andere Auseinandersetzung ein.
Somit sah Kepler in Galilei einen Gleichgesinnten, mit dem er sich hätte austauschen können, Galilei in Kepler aber einen Rivalen, der seinen eigenen Ruhm schmälern oder der mit seiner Hilfe selbst zu unverdienter Anerkennung kommen hätte können.

 

Wolfram Berger als GALILEO GALILEI neben seiner Erfindung, dem astronomischen Teleskop

 

Ein persönliches Treffen der beiden Wissenschaftler fand übrigens nie statt.

 

die Gestalter, Christian Riehs und Wolfgang Peschl
in Florenz


Produktion: laufbildgesellschaft Wien

 
© 2009 laufbildgesellschaft WIEN  
 
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